Männerfreizeit

Männerfreizeit im Pilgerheim Weltersbach

Es ist schon fast zum Ritual geworden: einmal im Jahr gönnen sich die Männer eine Auszeit auf einem Wochenende. Hier ist ein Bericht aus 2015, der ganz gut rüberbringt, worum es dabei geht:


Wer weiß, was eigentlich das althochdeutsche Wort "Sinn" meint? Von den Männern auf der Männerfreizeit wusste es keiner, außer dem Pastor. Aber der hatte es vorher gegoogelt oder sich anders schlau gemacht. Das war auch gar nicht so unangebracht, denn darum ging es während unseres Wochenendes vom 23.-25ten Oktober. Das Thema lautete: "Lebenssinn - Lebenskrise"

Aber was bedeutete "Sinn" denn nun im Althochdeutschen?  "Sinnan" gleich reisen, gehen, streben. Das ist nicht mehr die Bedeutung, die wir dem Wort heute geben.  Die heutige Definition von Lebenssinn geht eher in diese Richtung:  "Die Einbindung in einen größeren Zusammenhang, damit verbunden das Gefühl einer Sinn- oder Bedeutungshaftigkeit des eigenen Lebens."

Das hört sich auf den ersten Blick ganz schön hoch gegriffen an. Aber wir fanden einen guten Ansatz. Die erste Übung lautete:
Stell dir vor, du feierst deinen 60ten oder 70ten Geburtstag. Was sollten deine Freunde, Familienmitglieder oder Kollegen über dich sagen? Was für eine Überschrift soll nach deinem Leben geschrieben werden? 

Ich persönlich musste feststellen, dass ich schon ziemlich genaue Vorstellungen hatte, was man von mir denken und sagen sollte, aber dass sich das leider nicht mit meinen Lebensstil deckt. Zum Beispiel wünsche ich mir dass man von mir sagt, ich sei ein guter Zuhörer. Geht aber schlecht, wenn ich kaum Zeit in Freundschaften oder Menschen investiere. Offensichtlich sind mir andere Dinge dann doch wichtiger. Auf meinem Terminkalender jedenfalls kommen die "wichtigen, sinnvollen" Dinge kaum vor. 

Ich kann diese Männerfreizeit nur weiterempfehlen. Sie ist wohl ganz schön einzigartig in unserem freikirchlichen Umfeld, denn meist geht Männerarbeit kaum über Freizeitbeschäftigung hinaus.  Wir werden es wohl bei dem etwas angestaubten Namen belassen auch wenn ich meinen Kollegen kaum erklären was wir da eigentlich machen. "Ja, ja, Männerfreizeit,… mit welcher Bahn kommst du Montag denn"? 

Egal, auch wenn es viele nicht verstehen, unsere Mischung aus sinnvoller und sinnfreier Beschäftigung ist gut. Nochmal ein dickes Dankeschön an die Grundpfeiler unserer Männerfreizeit. Die dabei waren wissen wer gemeint ist. 

Jörn Danger
 

Ach ja, für die Frauen: wir hatten dieses Mal doch Deko dabei. Mindestens zwei Kerzen wurden entzündet und es gab blaue Tischteppiche elegant um die Erdnussschälchen drapiert.