Vortrag und Diskussion mit Sigfried Zimmer

Christen können viel voneinander lernen

Eine eindrückliche Veranstaltung erlebten am Reformationstag gut 60 Teilnehmer eines offenen Studiennachmittags in der Baptisten-Kirche. Prof. Siegfried Zimmer aus Ludwigsburg war eingeladen worden, um zu Luther und zur Ökumene zu referieren. Zimmer erklärte zunächst intensiv die heute oft verkannte, eigentliche reformatorische Entdeckung Luthers, dass "das Entscheidende in der Bibel die Zusagen des Schöpfers an die Menschen" seien. Diese Erkenntnis hätte Luther sehr viel mehr befreit und ihn in Schwierigkeiten gebracht als die vorangegangene Betonung der Gnade.

Im zweiten Teil betrachtete Zimmer, in alle Richtungen kritisch, den Zustand der Ökumene. Er stellte die These auf, dass das Rad der Verständigung, des Aufeinander-Zugehens und Verstehens nicht mehr zurückgedreht werden könne. Dies sei wichtig für die Glaubwürdigkeit und Zukunft der Christen, da die Menschen das Geplänkel rund um Details nicht mehr nachvollziehen könnten. Im Publikum waren viele christliche Richtungen vertreten, so dass in der anschließenden Frage- und Kommentarrunde zahlreiche Meinungen zu Worte kamen. Auffällig während der Diskusion waren der respektvolle Umgang miteinander, das Herausstellen der Gemeinsamkeiten sowie die Erkenntnis, dass Christen viel voneinander lernen können.

Christian Oeynhausen