männer unter sich in Weltersbach

Face2Face, Männerfreundschaften

Wenn wir mal ehrlich sind, ist es nicht schwierig festzustellen, dass Freundschaften unter Männern eher selten sind. Wir spielen gern den Starken, zeigen ungern Gefühle, lieben unsere Unabhängikeit aber sehnen uns doch nach Nähe und Vertrauen. Ja, genau wie bei Herbert Grönemeyers Lied: Männer.

Interessantes Thema für eine Männerfreizeit und der Gastredner hörte sich auch interessant an: Marcus Jansen, Polizeibeamter aus Düsseldorf. Schnell war die maximale Teilnehmerzahl erreicht. 30 Teilnehmer trafen sich am ersten Dezember im Pilgerheim Weltersbach. Und das schon zum 20ten Mal. Die Dormagener Männer waren damals, 1987, die ersten Gäste im neu gebauten Tagunszentrum. Einige von uns waren tatsächlich schon damals dabei.

Zum Auftauen hatten sich die Planer überlegt, dass wir Tauziehen machen. Typisch Mann eben: Kräfte messen, vergleichen und kämpfen. Wer hatte gewonnen?  Ein Polizist mit großer Statur und großer Klappe hatte am Ende alle anderen weggezogen und sich die Siegprämie verdient. Es muss aber gesagt werden, dass auch ein Pastor und ein anderer großer Mann mit langen Haaren nicht schlecht waren.

Schon beim ersten Vortrag wurde klar, dass alle sich nach einem echten Freund sehnten, aber nur wenige den schon hatten. Die Frauen sind uns zumindest in dem Punkt ganz klar überlegen.

Nach einer Einleitung von Marcus Jansen, in der er sich selbst vorstellte und das Thema umriss, ging es an eine Outdoor Übung: Bogenschiessen mit verbundenen Augen. Das Ziel treffen mit der Hilfe eines Freundes der das Sehen übernimmt. Es funktionierte erstaunlich gut. Ok, die Zielscheiben stand aber auch keine 20 Meter weit weg.  Es war eine gute Übung für Vertrauen und Verständigung. Zwei Strategien wurden dabei überwiegend gewählt: einnige Pärchen verständigten sich fast rein verbal, die anderen schossen eher zu zweit und packten den Bogen gemeinsam an an. Beide Wege funktionierten, aber Vertrauen war in beiden Fällen nötig.

Leider musste unser Referent unerwartet zum Einsatz. Es gab einen Großalarm für seine Abteilung, der ganz NRW betraf. Schade! Wir hörten stattdessen drei sehr persönliche Berichte über Lebensveränderungen. Es wurde deutlich, dass zu einer guten Freundschaft auch eine gesunde Selbsteinschätzung und Selbstliebe gehört. Vielen Dank für eure sehr ehrlichen Berichte.

Abends gab es einen empfehlenswerten Film zu sehen: „Hektors Reise oder die Suche nach dem Glück“ Es war ein schöner Film mit Tiefgang und Humor. Gerne lacht man über und mit Hektor auf seiner Reise.

Ein Gottesdienst mit viel Männergesang und einer Predigt über das Thema Freundschaft rundete unser Wochenende ab. Es ging auch um die Passage aus dem Johannes Evangelium, wo Jesus uns Freunde nennt: „Ich nenne euch Freunde und nicht mehr Diener.“ (Joh 15,5)

Marcus Jansen hatte uns dann mitgeteilt, dass sein Einsatz glimpflich ablief und niemand zu Schaden kam. Er bedankte sich merklich bewegt für unsere spontane Fürbitte. Er bot uns an seinen Vortrag noch einmal nachzuholen. Ihr hört von uns, wenn es soweit ist

Jörn Danger